Die dänische Novo Nordisk Stiftung vergibt jährlich große Fördersummen an Forschungsprojekte rund um Gesundheit und Nachhaltigkeit. Dieses Jahr erhält der Ökologe Andreas Richter vom Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft der Universität Wien die Förderung. Über zehn Millionen Euro fließen über die nächsten sechs Jahre in seine Forschung.
Das geförderte Projekt “ActiveSOIL” soll die Basis für eine neue, umfassende Integration der Bodenbiologie in die Beurteilung der Bodengesundheit schaffen. Böden sind von zentraler Bedeutung für die Menschheit: Sie spielen eine Schlüsselrolle für die Ernährungssicherheit, sind zentrale Bestandteile fast aller globalen Stoffkreisläufe und Grundlage für Pflanzenwachstum. Außerdem speichern Böden über 3.000 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, das ist mehr als doppelt so viel wie die Atmosphäre und Pflanzen zusammen. Den Zustand von Böden zu kennen, ist daher essenziell.
Aktuell sind die Beurteilungsparameter aber sehr eingeschränkt: Meist werden Werte vom Humusgehalt bis zur Wasserhaltekapazität gemessen, nur selten wird auch mit biologischen Parametern, etwa der Biomasse und Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft gearbeitet. Das geförderte Projekt „ActiveSOIL“ soll die Basis für eine neue, umfassende Integration der Bodenbiologie in die Beurteilung der Bodengesundheit schaffen. Erstmals soll auch die Aktivität von Bodenorganismen, statt deren statische Zusammensetzung gemessen und mit den ökologischen Prozessen zusammengebracht werden. So wollen die Forscher*innen die Lücke zwischen einfachen Bodenparametern und -eigenschaften und den Bodenfunktionen und Bodengesundheit schließen.
Andreas Richter von der Universität Wien leitet das Projekt; beteiligt sind ebenfalls Caitlin Singleton (Aalborg University, Denmark), Jennifer Pett-Ridge (Lawrence Livermore National Laboratory, USA) und Michael Obersteiner (University of Oxford, UK).
“Ich gratuliere Andreas Richter zu diesem herausragenden Erfolg. Er betreibt seit Jahren exzellente Grundlagenforschung im Bereich Umweltforschung und Ökologie. Dass die Novo Nordisk Foundation dieses Großprojekt mit 10 Mill. Euro fördert, macht deutlich, wie international wettbewerbsfähig die Universität Wien ist. Investitionen in exzellente Forschung zahlen sich aus. Damit wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben, braucht es jetzt ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu international leistungsfähigen Universitäten und eine ausreichende Finanzierung für 2028–2030”, so Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien.
Über Andreas Richter
Andreas Richter ist seit 2011 Professor für Ökosystemforschung an der Universität Wien. Seit 2018 zählt er durchgängig zu den Highly Cited Researchers (Thomas Clarivate Analytics). Er ist zudem Mitglied des vom FWF geförderten Austrian Cluster of Excellence „Microbiomes drive Planetary Health“ (2023–2028). Der Ökologe beschäftigt sich mit Mikroorganismen und deren Prozessen in Böden. Er forscht schwerpunktmäßig zu den Auswirkungen von Klima- und Landnutzungsänderungen auf Böden, von der Arktis (Permafrostböden) bis zu den Tropen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit dem Wachstum und dem Turnover von Mikroorganismen in ihrem natürlichen Lebensraum.
Über das "Challenge Programme" der Novo Nordisk Foundation
Das “Challenge Programme” richtet sich an ambitionierte Forschungsprojekte zu Projekten, die sich mit einigen der größten gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen befassen. 2026 vergab die Stiftung Förderungen von je rund zehn Millionen Euro an insgesamt neun Forschungsprojekte. Einen Überblick zu allen geförderten Projekten finden Sie hier.
Die 1924 in Dänemark gegründete Novo Nordisk Stiftung ist eine Unternehmensstiftung mit gemeinnützigen Zielen. Vision der Stiftung ist es, die Gesundheit der Menschen sowie die Nachhaltigkeit der Gesellschaft und des Planeten zu verbessern. Die Stiftung fördert einerseits Forschung im Bereich der Prävention und Behandlung von kardiometabolischen und infektiösen Erkrankungen und im Bereich Nachhaltigkeit.
Über die Universität Wien
Die Universität Wien setzt seit über 650 Jahren Maßstäbe in Bildung, Forschung und Innovation. Heute ist sie unter den Top 100 und damit den Top 4 Prozent aller Universitäten weltweit gerankt sowie in aller Welt vernetzt. Mit über 180 Studien und mehr als 10.000 Mitarbeitenden ist sie einer der größten Wissenschaftsstandorte Europas. Hier treffen Menschen aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, um Spitzenforschung zu betreiben und Lösungen für aktuelle und künftige Herausforderungen zu finden. Ihre Studierenden und Absolvent*innen gehen mit Innovationsgeist und Neugierde komplexe Herausforderungen mit reflektierten und nachhaltigen Lösungen an.