Die Universität Wien hat diese Woche einen offiziellen Beobachterstatus bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (International Seabed Authority (ISA)) mit Sitz in Kingston, Jamaika, erhalten. Damit können Wissenschafter*innen der Universität Wien nun die Verhandlungen vor Ort beobachten und ihre wissenschaftliche Arbeit durch Statements einbringen.
Die Forschungsgruppe Umweltpolitik am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien, unter der Leitung von Alice Vadrot, beobachtet die Verhandlungen an der ISA bereits seit mehreren Jahren und untersucht den entstehenden „Mining Code“ (Abbau von Bodenschätzen), sowie Fragen nach der Nutzung von Ozeandaten und der Zukunft der ISA, im ERC-geförderten Projekt „TwinPolitics“. Der Beobachterstatus ist aber auch für Wissenschafter*innen aus der Biologie, Geografie, Ozeanwissenschaften und Meteorologie relevant.
Neben der ISA hat die Universität Wien u.a. ebenfalls bei dem Weltbiodiversitätsrats IPBES und bei der Biodiversitätskonvention CBD einen Beobachterstatus.
ISA verwaltet Bodenschätze in der Tiefsee global
Die ISA wurde 1994 durch das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (United Nations Convention on the Law of the Sea (UNCLOS)) gegründet und hat den Auftrag, Bodenschätze in der Tiefsee als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ global zu verwalten.
Diese Bodenschätze beinhalten unter anderem Kobalt, Kupfer, Nickel, Mangan und seltene Erden und sind für die Produktion von verschiedenen elektronischen Produkten, wie z.B. Chips, Batterien und der Stahlherstellung von elementarer Bedeutung. Der Rohstoffhunger der großen Industrienationen und der aufstrebender Mächte macht den Tiefseebergbau und die Verhandlungen um einen zukünftigen sogenannten „Mining Code“ (auf Deutsch etwa „Bergbaugesetz“) zu einem umstrittenen Thema in der internationalen Politik.
Über Alice Vadrot
Alice Vadrot ist Professorin für Internationale Beziehungen und Umweltpolitik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien sowie Mitglied des interdisziplinären Forschungsverbunds Umwelt und Klima der Universität Wien (Environment and Climate Research Hub). Dieser bringt Forschende verschiedenster Disziplinen zusammen, um exzellente wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die Lösungen für drängende Probleme wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung bieten können.
Über die Universität Wien
Die Universität Wien setzt seit über 650 Jahren Maßstäbe in Bildung, Forschung und Innovation. Heute ist sie unter den Top 100 und damit den Top 4 Prozent aller Universitäten weltweit gerankt sowie in aller Welt vernetzt. Mit 188 Studien und etwa 11.000 Mitarbeitenden ist sie einer der größten Wissenschaftsstandorte Europas. Hier treffen Menschen aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, um Spitzenforschung zu betreiben und Lösungen für aktuelle und künftige Herausforderungen zu finden. Ihre Studierenden und Absolvent*innen gehen mit Innovationsgeist und Neugierde komplexe Herausforderungen mit reflektierten und nachhaltigen Lösungen an.